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Fructose-Intoleranz: Macht Obst krank?

Der Sommer ist da und schenkt uns die leckersten Früchte wie Beeren, Nektarinen, Aprikosen oder Melonen. Leider können diese nicht alle Menschen ohne Beschwerden genießen. In Deutschland leidet etwa jeder Dritte unter einer Fructose-Intoleranz, d.h. einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der der Körper Fruchtzucker nicht vertragen kann. Symptome wie Bauchschmerzen, Krämpfe, Übelkeit, Blähungen oder Durchfall treten meist direkt nach dem Verzehr von fructosehaltigen Lebensmitteln auf.

Welche Lebensmittel enthalten eigentlich Fructose?
Bisher dachte ich immer, als Betroffener müsse man „nur auf Obst“ verzichten. Doch Fructose (ein Einfachzucker) ist in vielen unterschiedlichen Lebensmitteln enthalten, besonders in:

  • Produkten, in den Früchte verarbeitet wurden wie Marmelade, Fruchtsaft, Obstkuchen, Fruchtjoghurt etc.
  • Diabetiker-, Diät- oder Lightprodukten, gesüßt mit Fructose oder Sorbit, einem Zuckeraustauschstoff
  • Süßungsmitteln wie Agaven- oder Maissirup
  • Allen mit Haushaltszucker gesüßten Produkte, da diese Zuckerart zu 50% aus Fructose besteht

Was ist die Ursache für eine Fructose-Intoleranz?
Es gibt Menschen, die leiden schon seit ihrer Geburt an Unverträglichkeitsreaktionen. Diese Form der Fructose-Intoleranz nennt man auch „hereditäre Fructose-Intoleranz“, eine Stoffwechselstörung mit einem bestimmten Enzymdefekt. Hierbei kann die Fructose zwar über die Darmschleimhaut aufgenommen werden, aber durch den Enzymdefekt in der Leber nicht wie normal vollständig abgebaut werden. Diese Form der Fructose-Intoleranz toleriert oft nicht einmal geringe Fructosemengen, was eine strenge Diät erfordert.

Die sehr viel verbreitetere Form der Fructose-Intoleranz ist die sogenannte „erworbene Fructose-Intoleranz“ (auch „Fructose-Malabsorption“ genannt), die meist im Teenager- oder Erwachsenenalter auftritt. Hierbei können gewisse Fructosemengen vertragen werden – je nach persönlicher Toleranzgrenze. Zum Teil ist auch eine Steigerung der verträglichen Mengen unter Umständen möglich. Es handelt sich hierbei nicht um eine Stoffwechselstörung, sondern um eine Resorptionsstörung, d.h. der Körper ist nicht in der Lage, die Fructose über die Dünndarmschleimhaut in die Blutbahn aufzunehmen.

Was kann man tun?
Wichtig ist, dass eine Fructose-Intoleranz möglichst früh erkannt wird, damit man die Symptome über eine entsprechende Ernährung vermeiden bzw. mildern kann. Ansonsten wird das Verdauungssystem mit der Zeit immer stärker angegriffen, wodurch Schäden in der Darmschleimhaut auftreten können. Hierdurch können zum einen weitere Intoleranzen entstehen, zum anderen verschlimmert sich der Zustand der ohnehin gestörten Darmflora. Der Nachweis einer Fructose-Intoleranz erfolgt mit Hilfe eines Atemtests, bei dem die Wasserstoffmenge im Atem gemessen wird. Diesen kann man beim Arzt machen lassen.

 

Wie sollte die Ernährung aussehen?

Bei der erworbenen Fructose-Intoleranz kann eine Ernährungsumstellung schnell Linderung verschaffen. Hierfür geht man in verschieden Phasen vor: zunächst meidet man komplett alle fructosereichen Nahrungsmittel. Nach einigen Wochen (dauert zum Teil bis zu einem Jahr), wenn die Symptome weitgehend komplett verschwunden sind, testet man im nächsten Abschnitt seine individuelle Toleranzgrenze aus. Dafür integriert man in seine Ernährung nach und nach kleine Mengen fructosehaltiger Lebensmittel und beobachtet, wie der eigene Körper hierauf reagiert.

Darüber hinaus kann man im Rahmen einer ganzheitlichen Ernährungsberatung einige weitere individuelle Maßnahmen ergänzen, die die Fructose-Verträglichkeit erhöhen. Nach und nach kann die Fructose-Menge auf diese Weise immer weiter gesteigert werden oder sogar zu einer kompletten Heilung führen.

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